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Intervenieren bei Diskriminierungs- und Gewaltsituationen. Jede Person kann intervenieren oder die betroffene Person unterstützen!

Es gibt viele Möglichkeiten in einer Situation in der eine Person Diskriminierung oder Gewalt erfährt zu intervenieren, auch viele, die Sie nicht direkt selbst in Gefahr bringen. Diskriminierung und Gewalt drücken sich nicht erst durch offene Beleidigungen oder körperliche Angriffe aus, somit können auch scheinbar kleine Interventionen eine Unterstützung sein und manchmal Schlimmeres verhindern. Nur Sie können entscheiden, zu welchen Schritten Sie bereit sind und natürlich können Sie stets entscheiden, ob Sie sich in der jeweiligen Situation damit sicher fühlen zu intervenieren, oder ob Sie eher im Nachhinein etwas Unterstützendes tun möchten.

Hier sind einige Anregungen für Interventionsstrategien. Spielen Sie sie in Gedanken durch oder tauschen Sie sich am besten mit Freund_innen oder Bekannten darüber aus. Es kann sehr hilfreich sein, sich im Vorfeld Interventions-Strategien für unterschiedliche Situationen zu überlegen, die zu Ihnen passen, so dass Sie in einer Diskriminierungs- und Gewaltsituation schneller reagieren können und Handlungsoptionen zur Auswahl haben. 

**Sie sitzen mit Freund_innen im Cafe und merken wie ein Lesbenpaar von einem Mann anzüglich beobachtet wird…
- Setzen Sie sich an einen Tisch zwischen dem Paar und dem Mann und versperren ihm somit seine Sicht
- Machen Sie das Cafe Personal auf die Situation aufmerksam.

**Wenn Sie auf der Straße beobachten, dass eine Person beschimpft wird…
- gehen Sie zu den Beteiligten hin und fragen Sie nach Feuer, oder nach dem Weg. Dies unterbricht die Situation und  irritiert die schimpfende Person meistens. Sie können mit der betroffenen Person Blickkontakt aufnehmen und zeigen, dass sie nicht allein ist.
- Zeigen Sie ihre Solidarität. Sprechen Sie die betroffene/n Person/en direkt an und zeigen Sie, dass Sie die Situation beobachten
- Bieten Sie ihre Unterstützung an: „Kann ich Ihnen helfen?“, „Wollen wir gemeinsam weitergehen?“
- Bitten Sie andere Passant_innen um Unterstützung.

**Wenn jemand im Geschäft, im Cafe, bei einer Fahrscheinkontrolle, usw. vom Personal diskriminierend behandelt wird…
- Sprechen Sie die betroffene Person an und teilen Sie ihr Ihre Wahrnehmung mit. Es kann als Betroffene_r gut tun in der Diskriminierungserfahrung bestätigt zu werden.
- Sprechen Sie die Person, die sich diskriminierend verhält direkt an und fragen Sie nach: „Ich habe gerade beobachtet, dass sie die Person „so und so“ behandelt haben, das finde ich sehr diskriminierend.“ Selbst wenn die Person das Verhalten abstreitet, so wird ihr zumindest deutlich, dass andere Personen die Situation beobachtet haben und Diskriminierung nicht einfach dulden.
- Fragen Sie nach dem Namen oder der Dienstnummer der Person, die sich diskriminierend verhalten hat, und schreiben Sie sich die Daten auf.
- Melden Sie den Fall bei uns oder einer Antidiskriminierungsstelle. Hilfreich sind für uns eine kurze Beschreibung was geschehen ist; Wann? Wo? Wer war beteiligt? Wurde Interveniert und wie, bzw. mit welchen Folgen? 
- Schreiben Sie einen Beschwerdebrief an den Betrieb, oder fordern Sie eine Antidiskriminierungstelle auf dies zu tun. Sollten Sie keine (positive) Reaktion erhalten, kann es sinnvoll sein, sich an die nächst höhere Instanz zu wenden. 

Toll ist es auch sich in Workshops oder Gruppen auszutauschen und gemeinsam Handlungsstrategien zu entwickeln und in Rollenspielen auszuprobieren. Sie können auch eine Beratungssitzung speziell zu dem Thema wahrnehmen.
Auch hier gilt: Achten Sie auf sich und Ihre Bedürfnisse. Es kann schwer sein Diskriminierungs- und Gewaltsituationen zu beobachten, oder auch nur darüber nachzudenken. Oft löst dies Gefühle von Wut, Trauer, oder Ohnmacht hervor. Es kann auch sein, dass eigene Erfahrungen von Gewalt und Diskriminierung bei Ihnen hoch kommen. Sie haben Ihre eigenen Bedürfnisse und Grenzen, daher setzen Sie sich nicht unter Druck, wenn Sie in einer Situation nicht intervenieren können oder möchten.
Wenn Sie möchten können Sie bei uns persönlich, am Telefon, per Email oder Chat beraten werden, natürlich auch anonym.

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Quelle: http://www.lesmigras.de