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Was tun wenn mir ein_e Freund_in erzählt, dass sie_er Gewalt erlebt hat?

Ihre Unterstützung als Freund_in, als Bekannte_r oder als Familienmitglied kann für eine Person, die Gewalt erlebt hat, sehr wertvoll sein. Wenn ein_e Freund_in oder ein Familienmitglied sich Ihnen mitteilt, ist dies ein Zeichen des Vertrauens in Sie. Hier sind einige Wege, wie Sie die Person unterstützen können:

Zuhören. Es geht nicht so sehr darum was Sie sagen, es ist sehr hilfreich einfach zuzuhören.  Trauen Sie sich auch nachzufragen und respektieren Sie, wenn Ihr_e Freund_in nicht darüber sprechen möchte.

Glauben Sie Ihrer Freundin_Ihrem Freund grundsätzlich. Personen erfinden sehr selten Gewalterfahrungen. Die eigenen Gewalterfahrungen anerkannt zu bekommen, ist für Betroffene von Gewalt eine sehr wichtige Unterstützung.

Zeigen Sie Ihre Anteilnahme / Ihr Verständnis. Dies ist vielleicht das erste Mal, dass Ihr_e Freund_in jemandem von den Gewalterlebnissen erzählt. Zeigen Sie Sympathie für die Person auf eine Art, mit der Sie sich beide wohlfühlen und lassen Sie Ihre Freundin_Ihren Freund wissen, dass Sie für sie_ihn da sind.

Versichern Sie Ihrer Freundin_Ihrem Freund, dass es nicht ihre_seine Schuld ist. Egal was vorgefallen ist, die Person, die die Gewalt ausgeübt hat, ist für ihr gewaltvolles Verhalten verantwortlich. Ihre Freundin_Ihr Freund ist lediglich dafür verantwortlich sich jetzt, wenn möglich, vor weiterer Gewalt zu schützen; z.B. durch Unterstützung holen, sich von Personen, welche die Gewalt antun zu trennen,  Bedingungen zu ändern, die das Erleben von Gewalt begünstigen, etc…

Respektieren Sie die Wünsche Ihrer Freudin_Ihres Freundes – Sie_Er hat erlebt, wie die eigenen Grenzen nicht respektiert wurden und es ist wichtig, dass Ihre Freundin_Ihr Freund selber bestimmen kann, wie es weiter geht. Auch wenn jetzt vielleicht viele schwere Entscheidungen anstehen – Wer soll davon erfahren? Wann? Was soll getan werden? – Respektieren Sie die Wahrnehmung, Bedürfnisse und Wünsche Ihrer Freundin_Ihres Freundes. Sie können sie_ihn dabei unterstützen einen selbstbestimmten Weg einzuschlagen.

Bieten Sie Ihre Unterstützung an. Seien Sie für Ihre_n Freund_in da. Bieten Sie z.B. an, dass Sie sie_ihn zu einer Beratung, zu Ärzt_innen oder schwierigen Gesprächen begleiten, oder dass sie_er Sie anrufen kann, wenn es ihr_ihm nicht gut geht. Es kann auch sehr unterstützend sein gemeinsam etwas zu unternehmen, bei dem das Gewalterleben nicht im Vordergrund steht, etwas was Ihnen gut tut und ablenkt.

Achten Sie auf sich und Ihre Bedürfnisse. Es kann schwer sein zu erfahren, dass eine Person, die Ihnen nahe steht, Gewalt erlebt hat. Oft löst dies Gefühle von Wut, Trauer oder Ohnmacht hervor. Es kann auch sein, dass eigene Erfahrungen von Gewalt und Diskriminierung bei Ihnen hoch kommen. Sie haben Ihre eigenen Grenzen, und wenn es Ihnen zu viel wird die Person zu unterstützen, können Sie auch ‚stopp’ sagen und die Person ermutigen sich weitere Unterstützung zu holen.

Auch Sie haben ein Recht auf Unterstützung. Wenn Sie möchten können Sie selbst persönlich, am Telefon, per Email oder Chat beraten werden, natürlich auch anonym. Hier finden Sie Unterstützung, die Beratungstellen beraten alle auch Angehörige und Freund_innen von LSBTI mit Gewalterfahrungen.

Wenn Sie vermuten, dass Sie selbst, oder eine Person, die Ihnen wichtig ist, Gewalt oder Diskriminierung erfährt (z.B. in der Beziehung, auf der Arbeit, in der Nachbarschaft, …) können Sie uns anrufen, um Unterstützung oder mehr Informationen zu erhalten. Hier finden Sie Unterstützung

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Quelle: http://www.lesmigras.de