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Ergebnisse und Empfehlungen im Bereich Politik


Massive Diskriminierungserfahrungen scheinen den Wunsch auf Teilhabe und Partizipation innerhalb einer Gesellschaft massiv zu vermindern. Eine mögliche Folge davon ist Rückzug.


"So wird das politische Versprechen des Staates auf Teilhabe und Partizipation für alle Bürger_innen nicht erfüllt. (…) Sozial verletzliche Gruppen erfahren keinen Schutz. Die Mehrheitsgesellschaft filtert gewissermaßen wer in der Öffentlichkeit gehört und geschützt wird." (Maria do Mar Castro Varela)


>>> Angebote an die Mitglieder einer Gesellschaft müssen rassismus- und heteronormativitätskritisch sein


Allgemein werden bei Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen selten Polizei oder andere rechtliche Stellen zur Hilfe gerufen, da nicht davon ausgegangen wird, dass den Betroffenen geholfen wird. Diesbezügliche negative Erfahrungen scheinen eher die Regel als die Ausnahme darzustellen. 26,8% der Studienteilnehmer_innen geben an, dass eine lesbische/bisexuelle Lebensweise negative Auswirkungen auf die Chancen hat, von der Polizei geschützt zu werden. Für People of Color zeigt sich auch aufgrund des „Racial Profiling“ eine verschärfte Situation. Fast alle benennen schlechte Erfahrungen mit der Polizei, Schutz wird nicht erwartet.

>>> Demokratiedefizit bei Polizei und Justiz abbauen


Ein großer Teil der Studie Teilnehmenden suchen bei Diskriminierungserfahrungen Unterstützung bei ihrem sozialen Umfeld. So wenden sich 83,5% der Teilnehmenden an die Familie, Partner_innen oder Freund_innen und 44,9% an die Community/Szene oder soziale Netzwerke.  Community- basierte Ansätze sollen soziale Netzwerke unterstützen, angemessene Unterstützungen für die Betroffenen anzubieten.

>>> Community-basierte Ansätze fördern

Es gibt einerseits in vielen Kleinstädten und ländlichen Regionen kaum  Antigewalt- und Antidiskriminierungs-Beratungsstellen für die betroffenen Lesben, bisexuellen Frauen, Trans* und queere Menschen (LBTQ). Andererseits zeigt die Studie, dass es in vielen bestehenden Beratungsstellen keine vielfältigen Angebote, besonders für von Rassismus und Trans*diskriminierung betroffene LBTQ, gibt. So müssen von Diskriminierung und Gewalt betroffene LBTQ lange Wege hinter sich bringen, um in einigen wenigen Beratungsstellen der Großstädte angemessene Beratungen zu erhalten. 

>>> flächendeckende Beratungsstellen
>>> mehr Projekte in ländlichen Regionen
>>> Anerkennung von Therapieausbildungen von und Kassenzulassung für Therapeut_innen of Color


Es fehlen bei vielen Beratungsstellen Ressourcen um eine  gute Begleitung und Unterstützung gewährleisten zu können.  Ein Qualitätsmangel der Arbeit im Bereich Beratung und Begleitung und fehlende Freizeitangebote sind Folge dieses Defizits.

>>> bessere finanzielle Ausstattung der Beratungsstellen
>>> Ausbildung in Antidiskriminierung für Therapeut_innen
>>> Dringend Fortbildungen für medizinische Versorgungsstellen, Justiz, Polizei, Richter_innen
>>> Mehrfachdiskriminierung weiter erforschen

Quelle: http://www.lesmigras.de