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Community-basierte Antigewaltarbeit

Community-basierte Antigewaltarbeit ist Antigewaltarbeit, die über staatlich-institutionelle Möglichkeiten im Umgang mit Gewalt und Diskriminierung hinausgeht. Das Ziel von community-basierter Antigewaltarbeit ist es, gesellschaftliche Verhältnisse zu verändern und Gewalt und Diskriminierung langfristig abzubauen. Das heißt, es geht dabei um eine transformative Antigewaltarbeit, die nicht nur auf einzelne Diskriminierungs- und Gewaltsituationen reagiert, sondern zu langfristigen Veränderungen führen möchte. Ziel von Antigewaltarbeit muss unserer Meinung nach sein, sich selbst überflüssig zu machen.

Das Konzept der community-basierten Antigewaltarbeit entstand unter anderem in den USA und würde vor allem von Frauen of Color und Trans* of Color entwickelt. Es ging dabei darum, zwischenmenschliche Gewalt im Kontext von staatlicher Gewalt zu sehen. Gesellschaftlich diskriminierte Gruppen werden häufig als Täter_innen konstruiert und dadurch stark kriminalisiert. In Deutschland zeigt sich das unter anderem daran, dass Menschen mit (bestimmten) Migrationsgeschichten als homophob und trans*diskriminierend dargestellt werden und als Problem konstruiert werden. Auf (vermeintliche) Homophobie und Trans*-Diskriminierung reagieren staatliche Institutionen – aber auch viele Menschen in LSBTI-Szenen – mit rassistischen Argumentationen und Strafverfolgung. In der communitybasierten Antigewaltarbeit wird immer stärker von Menschen mit Mehrfachzugehörigkeiten und Verbündeten danach gefragt, wie ein Umgang mit zwischenmenschlicher Gewalt innerhalb von Communities gestaltet werden kann und wie Menschen, die Gewalt ausüben, von anderen zur Verantwortung gezogen werden können. (Mehr dazu lässt sich in unserem Gewaltverständnis nachlesen.)

In der community-basierten Antigewaltarbeit geht es im ersten Schritt um die Unterstützung der Person, die Gewalt/Diskriminierung erlebt hat. Im zweiten Schritt geht es aber auch darum, Communities und das soziale Umfeld anzusprechen, um für Gewalt innerhalb von Community-Kontexten zu sensibilisieren. Das Ziel besteht darin, Ressourcen von Communities zu nutzen, um präventive Strategien gegen Gewalt und Diskriminierung aufzubauen. Es geht um ein kollektives Empowerment von Communities, aber auch um Sensibilisierung für Gewalt und Diskriminierung innerhalb von Communities. In der Broschüre „Verbindungen sprechen“ finden sich viele Beispiele in Bezug auf Rassismus und Trans*-Diskriminierung. Die Broschüre gibt es hier als pdf oder kann bei uns in Printversion bestellt werden.

 

Die community-basierte Antigewaltarbeit von LesMigraS hat vier Säulen, die ihr hier nachlesen könnt: Vier Säulen der community-basierten Antigewaltarbeit von LesMigraS.

Quelle: http://www.lesmigras.de