Anzeichen und Auswirkungen von Gewalt in Beziehungen
Gewalt in Beziehungen fängt nicht erst bei körperlicher oder sexualisierter Gewalt an. Oftmals sind die Gewaltformen auch subtiler und nicht gleich als solche für die Betroffenen erkennbar. Gewalt kommt in sehr unterschiedlichen Beziehungen vor - egal ob Liebesbeziehung, sexuelle Beziehung, enge Freundschaft oder unter Mitbewohner_innen – wir verwenden hier allgemein die Begriffe Beziehung und Partner_in. In einer Beziehung Gewalt zu erfahren kann viele Auswirkungen und Folgen für das eigene Verhalten und Wohlbefinden haben.
Hier ist eine Auflistung möglicher Anzeichen sowie Auswirkungen von Gewalt in Beziehungen. Wenn Ihnen einzelne Aspekte auf dieser Liste bekannt vorkommen, heißt dies nicht automatisch, dass Sie Gewalt durch Ihre_n Partner_in erfahren. Wenn Sie jedoch vermuten, dass Sie Gewalt erfahren, sich in der Beziehung nicht sicher fühlen, oder unter den Auswirkungen leiden, können Sie sich an uns oder eine andere Beratungsstelle wenden und Unterstützung erhalten (siehe Link-Sammlung).
Anzeichen und Auswirkungen von Gewalt in Beziehungen:
• Sie haben Angst vor Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner
• Sie beginnen, Ihr Verhalten zu überwachen und Ihre Sprache etc. zu kontrollieren, sich zu zensieren, um sie_ihn nicht zu verärgern
• Sie versuchen ständig, misstrauisch zu sein, ihr_sein Verhalten zu überprüfen, sie_ihn doppelt zu beobachten um einen Streit zu vermeiden
• Sie beginnen, Sachen zu tun, die Ihren moralischen und ethischen Wertvorstellungen widersprechen
• Alles, was Sie machen, wird abhängig von der Zustimmung Ihrer Partnerin_Ihres Partners
• Sie fühlen sich unbehaglich in der Gesellschaft mit Freund_innen
• Sie werden unfähig, gesellig zu leben / soziale Kontakte zu pflegen
• Sie fühlen sich isoliert
• Sie erzählen Ihren Freund_innen nicht die ganze Wahrheit / Lügen über Ihre Beziehung
• Sie fangen an, in beständiger Angst und Sorge zu leben, da Sie nie wissen, was Sie erwartet
• Sie beginnen sich zu hinterfragen, alles anzuzweifeln: die Wahl Ihrer Freund_innen; Ihre intellektuellen Fähigkeiten; Ihre Identität; Ihre Ansichten, Einschätzungen, Urteilsvermögen; Ihre Zurechnungsfähigkeit, Verstand
• Sie werden verwirrt über Ihre eigenen Gefühle
• Ihre Gefühle werden taub / starr / betäubt
• Sie können sich nicht mehr konzentrieren
• Sie gehen in die Rolle der Mutter, Helfer_in oder Therapeut_in gegenüber Ihrer Partnerin_Ihrem Partner, für Ihre Partnerin_Ihren Partner
• Sie beginnen, sich verantwortlich zu fühlen für das missbräuchliche / gewalttätige Veralten Ihrer Partnerin_Ihres Partners und glauben, dass Sie diese Art der „Behandlung“ verdienen
• Sie beginnen, nur noch daran zu denken, alles perfekt und die einfachsten Dinge auch richtig zu machen
• Sie fühlen sich ständig schuldig, haben ein schlechtes Gewissen
• Ihre Selbstachtung und Ihr Vertrauen nehmen ab
• Sie werden unfähig, Entscheidungen zu treffen
• Sie werden antriebslos, depressiv, vielleicht sogar suizidal
• Sie beginnen, sich selbst zu verletzen, Drogen / Alkohol zu nehmen
• Sie beginnen, Ihre Eigenständigkeit zu verlieren und werden völlig abhängig von Ihrer Partnerin
• Sie hören auf, Unternehmungen / Dinge zu machen, die Ihnen vorher wichtig waren
• Sie beginnen sich selbst zu schämen dafür, dass Sie jemanden lieben, die_der Sie dermaßen schlecht behandelt
• Sie sind verwirrt darüber, wer eigentlich wen braucht / missbraucht in Ihrer Beziehung; insbesondere wenn Ihr_e gewalttätige_r Partner_in sich selbst als Opfer darstellt
• Sie bekommen Schlafstörungen, können schlecht einschlafen oder durchschlafen
• Sie verlieren extrem an Gewicht oder nehmen extrem an Gewicht zu
• Sie haben überdurchschnittlich viele Infekte
• Sie versuchen, Ihre körperlichen Verletzungen zu verbergen, zu verleugnen
• Sie bekommen Ekzeme
• Sie sind ständig müde; bis hin zu permanenter Erschöpfung / als Dauerzustand
• Sie leiden häufig unter Kopfschmerzen oder Migräne
• Sie bekommen wieder Krankheiten / Symptome, die Sie schon lange nicht mehr hatten
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