LesMigraS
Antidiskriminierungs- und Antigewaltbereich der Lesbenberatung Berlin e.V.
(Lesbische/bisexuelle Migrant_innen und Schwarze Lesben und Trans*Menschen)
LesMigraS bei facebook: 
Pressemitteilung
Internationaler Tag gegen Homophobie und Transphobie
17.05.2012
Der
„International Day Against Homophobia“ (IDAHO) wird seit 2005 jeweils
am 17. Mai zelebriert. Das Datum erinnert an den 17. Mai 1990, da
Homosexualität an diesem Tag von der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
aus ihrem Diagnoseschlüssel gestrichen und nicht länger als Krankheit
definiert wurde.
Die gesellschaftliche Akzeptanz
gleichgeschlechtlicher Lebensweisen in Deutschland ist auch im Jahre
2012 noch nicht selbstverständlich. Fast die Hälfte aller Deutschen
lehnt laut verschiedener repräsentativer staatlich finanzierter Studien
die Gleichberechtigung homosexueller Lebensweisen ab. Homosexualität
wurde in Deutschland erst 1994 durch die Abschaffung des §175
entkriminalisiert.
LesMigraS, der Antidiskriminierungs- und
Antigewaltbereich der Lesbenberatung Berlin e.V., versteht unter
Homophobie und Transphobie jegliche Gewalt, die sich gegen Lebensweisen
von Menschen richtet, die lesbisch, bisexuell, trans* und schwul leben.
Diskriminierung ist eine Form von Gewalt, da sie Personen verletzt,
einschränkt, verunsichert, meist psychische Narben hinterlässt und
gesundheitliche sowie finanzielle Folgen hat.
Homophobie und
Transphobie sind keine Angelegenheiten der Betroffenen, sondern müssen,
ebenso wie z.B. Rassismus oder Diskriminierung gegen Menschen mit
körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen, auf gemeinschaftlicher
und gesamtgesellschaftlicher Ebene vorausschauend angegangen werden.
So
kann beispielsweise das Transsexuellengesetz als Gewalt gegen
Trans*Personen betrachtet werden, da es Personen, die medizinische und
rechtliche Möglichkeiten der Geschlechtsangleichung wahrnehmen möchten,
als krank bezeichnet und zur psychologischen Begutachtung zwingt.
Trans*Sein ist jedoch keine Krankheit, vielmehr ist Transphobie ein
krankmachendes Diskriminierungsverhältnis. Transphobie stärkt ein
Zwangssystem von zwei Geschlechtern, die bei Geburt zugewiesen werden.
Ein
jeder Mensch hat ein Recht auf gesundheitliche und geschlechtliche
Selbstbestimmung. Trans*Menschen sollten nicht als krank bezeichnet
werden oder gar aufgrund ihrer Geschlechtsidentität in die Psychiatrie
eingewiesen werden. Es sollte allen Menschen möglich sein, ihr
Geschlecht frei zu wählen und zu leben. Eine Geschlechtsanpassung sollte
allen ermöglicht und durch Beratungsstellen mit einer Expertise zu
Trans* begleitet werden.
Im Rahmen des Internationalen Tags gegen Homophobie und Transphobie fordern wir:
• eine mehrdimensionale Herangehensweise gegenüber jeglicher Form von Gewalt- und Diskriminierungsmechanismen.
Damit
meinen wir, dass Individuen Mehrfachdiskriminierung erfahren können
(z.B. Rassismus und Transphobie, Antisemitismus und Homophobie,
Diskriminierung aufgrund körperlicher oder geistiger Beeinträchtigungen
und Sexismus) und deshalb zusammen gedacht werden müssen.
• die Anerkennung von LSBTI-Identitäten als Asylgrund.
•
die landesweite Aufhebung des Diagnoseschlüssels und der
pathologisierenden Stigmatisierung von transsexuellen, transgender,
transidenten, polygender und intergeschlechtlichen Menschen. Trans* und
Intergeschlechtlichkeit sind weder psychische oder physische
Krankheiten, noch Gegenstand einer Diagnose.
• ein Recht auf geschlechtliche Selbstbestimmung für alle Menschen – egal ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene.
•
die vollständige Gleichbehandlung von gleichgeschlechtlichen
Partner_innen auf allen gesellschaftlichen Ebenen (z.B. juristisch,
institutionell, staatlich und im Gesundheitswesen).
• den
bundesweiten Ausbau von Beratungsangeboten für LSBTI (Lesben, Schwule,
Bisexuelle, Trans* und intergeschlechtliche Menschen) und die Förderung
ihrer Vernetzung.
• Fortbildungen und Schulungen zu Homophobie,
Transphobie, Gewalt und Diskriminierung gegen intergeschlechtliche
Menschen in Organisationen und Institutionen (z.B. im medizinischen und
psychotherapeutischen Bereich, staatlichen Behörden sowie Ämtern,
Schulen, Polizei).
• die offiziell anerkannte Erweiterung des
„Internationalen Tag gegen Homophobie“ auf einen „Internationalen Tag
gegen Homophobie und Transphobie“ (IDAHO_T).
Kundgebung gegen Gewalt und Mord an Trans* Personen am 30.04.2012
Am Montag, den 30.04.2012 ruft GLADT dazu auf, gegen Gewalt und die kürzlichen Morde an Trans*Personen in Form einer Kundgebung zu demonstrieren. Bitte kommt um 12 Uhr zur Türkischen Botschaft, Rungestr. 9, 10179 Berlin.
Hier findet ihr die Pressemitteilung als pdf.
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Veranstaltung und Party, kommenden Donnerstag, 03. Mai 2012 im Südblock:
S.U.P.P.O.R.T. – mit Mut, Stärke und Selbstbestimmung
LesMigraS stellt ihre Broschüre „unterstützung geben“ vor, anschließend gibt’s Party
Was tun, wenn ein_e Freund_in Diskriminierung und Gewalt erfährt und Unterstützung möchte? Was tun, wenn eine_r selbst Diskriminierung und Gewalt erfährt und nach Handlungsstrategien sucht? Was, wenn Aufenthaltstatus oder rassistische oder transphobe Diskriminierung die Suche nach Unterstützung erschweren?
LesMigraS hat eine Broschüre herausgegeben, in der es darum geht, wie Unterstützung innerhalb von Freundeskreisen und Communities angeboten werden kann. 
Ab 21:30 Uhr wollen wir mit Euch dann den Frühling mit den wunderbaren DJ Valtyne (Funk/ Disco/ Deep House/ Tech House) und DJane Sônia Lemos (favela funk, 70s
till today & Black feminist hiphop) an den Plattentellern feiern!
Wann: Donnerstag, 03. Mai 2012, Veranstaltungsbeginn 19:00 Uhr, Party ab 21:30 Uhr
Wo: Südblock, Admiralstr. 1-2, 10999 Berlin
Der Veranstaltungsort ist rollstuhlgerecht.
The venue is wheelchair accessible.
Kommt mit uns feiern und bringt Eure Freund_innen mit.
Wir freuen uns auf Euch!
Eure LesMigraS
Die Broschüre könnt Ihr hier auch online lesen.
Unser Empowermentangebot für den Frühling ist jetzt online.
(hier geht es zu den Tapesh Workshops und Veranstaltungen im Frühling 2012)
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Europäische LSBT-Umfrage im Auftrag der EU-Grundrechtecharta
Die
EU-Grundrechtecharta hat eine EU-weite Online-Befragung in Auftrag
gegeben, um sich einen genauen Überblick über die Lebenssituationen und
Erfahrungswelten von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans* (18 Jahre
und älter) zu verschaffen. Es geht dabei vor allem um die Erhebung von
Diskriminierungserfahrungen aufgrund der sexuellen und geschlechtlichen
Lebensweise.
Wir sind in der regen Diskussion des Fragebogens und möchten Sie zu der Teilnahme einladen.
Hier geht es zur Online-Umfrage.
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Lesen Sie weitere Beiträge in unserem Archiv. Dort finden Sie unsere aktuellen Meldungen seit Frühjahr 2010. Zum Archiv gehts hier.
Erläuterungen
Unterstrich: Der Unterstrich (z.B. MIgrant_innen) bietet Raum für selbst gewählte Identitäten, für mehr als nur weiblich und männlich. Wir benutzen bei LesMigraS/Lesbenberatung Berlin e.V. diese Schreibweise, um aufzuzeigen, dass es mehr als zwei Geschlechtsidentitäten gibt.
Trans*: Trans* steht für die Vielfalt von Trans*Menschen und meint ein breites Spektrum von Selbstdefinitionen und Lebensweisen von Menschen, die sich nicht oder nur zum Teil mit dem Geschlecht identifizieren, das ihnen bei Geburt zugewiesen wurde, z.B. Transgender, Transsexuelle, Transidente, Polygender.